Nachhaltiges Wirtschaften – Was bedeutet das eigentlich?

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Nachhaltiges Wirtschaften – Was bedeutet das eigentlich?

Nachhaltigkeit ist das Stichwort der Zeit. Fast jede Firma versucht, auf den Trend aufzuspringen und wirbt damit, seine Produkte umweltfreundlich zu produzieren. Doch was davon ist wirklich Nachhaltiges Wirtschaften und was Greenwashing? Wir von Naturnah Möbel zeigen, was ein nachhaltiges Unternehmen wie unseres ausmacht.

Gibt es eine Definition von Nachhaltigkeit?


Sucht man nach einer Definition für Nachhaltigkeit, so findet man eine Vielzahl an verschiedenen Ausführungen. Gerade in heutiger Zeit wird der schwammige Begriff Nachhaltigkeit exzessiv und unhinterfragt vor allem in der Produktwerbung genutzt, was eine eindeutige Beschreibung schwierig macht. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung findet sich beispielsweise folgende Definition für Nachhaltigkeit:

„Die Menschen auf der ganzen Welt müssen sich heute so verhalten, dass die Umwelt für die Menschen in der Zukunft geschont wird. Und die Menschen in einem Teil der Welt müssen sich so verhalten, dass die Umwelt für die Menschen in einem anderen Teil der Welt geschont wird.“

Bildlich gesprochen bedeutet Nachhaltigkeit für uns als Möbelhersteller, dass im Wald nur so viele Bäume gefällt werden dürfen, wie auch wieder nachwachsen können. Doch nicht nur ökologische Faktoren spielen für nachhaltiges Wirtschaften eine Rolle, sozialen Faktoren sind ebenso wichtig. Welche Kategorien können festgelegt werden, um zu vergleichen, was ein nachhaltiges Unternehmen ausmacht?

Welche Faktoren spielen für Nachhaltiges Wirtschaften eine Rolle?


Mögliche Faktoren für Nachhaltiges Wirtschaften könnten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDG´s) der Vereinten Nationen sein, hierbei werden sowohl soziale als auch ökologische Faktoren aufgelistet:

UN nachhaltiges wirtschaften

Kritik der Forschung wurde jedoch laut, dass bei Treffen der UN zwar viel die Nachhaltigkeitsziele geredet wird, aber wenig in deren Realisierung investiert wird. Außerdem seien die Ziele unkonkret und ohne spezifische Handlungsanweisungen gehalten. Zudem hinterfragen die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN nicht unser Wirtschaftssystem, das durch sein Wachstumsparadigma die sozialen Probleme und Umweltzerstörungen erst hervorruft. Es handelte sich also hierbei um keine Wurzelbehandlung, sondern um eine Symptomlinderung von einer Krankheit, die selbst hervorgerufen wurden.

Die Theorie der Gemeinwohl-Ökonomie geht einen Schritt weiter. Dabei handelt es sich um ein alternatives Wirtschaftsmodell. Es wird kritisiert, dass unserer Wirtschaft auf Wachstum und Wettbewerb ausgelegt ist. So werden Firmen bevorzugt, die besonders billig produzieren und damit die Umwelt belasten und Menschen ausbeuten. In der Theorie der Gemeinwohl-Ökonomie soll sich die Wirtschaft am Gemeinwohl und Kooperation orientieren. Ethisches unternehmerisches Handeln soll belohnt werden, wohingegen rücksichtsloses Handeln benachteiligt werden soll. So sollte beispielsweise ein Möbelhersteller, der ausschließlich nachhaltiges Holz benutzt und faire Löhne zahlt, bevorteilt werden.

Doch wie soll das bewertet werden? Dafür wurde die sogenannte Gemeinwohlbilanz entwickelt. Dabei werden Kriterien in den Bereichen Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz & Mitentscheidung aufgestellt und diese in Bezug auf die Berührungsgruppe bewertet:

gemeinwohlbilanz alternatives wirtschaftssystem

In der Theorie erhalten Unternehmen, die sich sozial und umweltgerecht verhalten, eine hohe Punktzahl und dadurch steuerliche Vorteile wie günstige Kredite. So hätten verantwortungsvolle Firmen die Nase vorne und gute Produkte könnten günstiger angeboten werden. Ob sich die Theorie der Gemeinwohl-Ökonomie in die Praxis umsetzen lässt, bleibt diskutierbar. Zweifelsohne ist es ein interessanter Ansatz, um nachhaltiges Wirtschaften wie bei Naturnah Möbel voranzubringen. Die Kriterien der Gemeinwohlbilanz können außerdem herangezogen werden, um Unternehmen bezüglich der Ernsthaftigkeit ihrer Nachhaltigkeits-Richtlinien zu bewerten.

Woran erkannt man ein Unternehmen, das nachhaltiges Wirtschaften betreibt?


Bei der Betrachtung verschiedener Ansätze, Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens aufzustellen, kristallisierte sich eines heraus: Nachhaltiges Wirtschaften kann nur als eine Verflechtung von sozialen, ökonomischen und ökologischen Belangen betrachtet werden. Dabei heben sich für uns vor allem folgende Kategorien als relevant hervor:

Ökologische Faktoren (gelten für Unternehmen, Eigentümer, Partner)

  • Bei Herstellung und Entsorgung Umwelt möglichst wenig belasten
  • möglichst geringer ökologischer Fußabdruck
  • CO2-Ausstoß reduzieren
  • Langlebigkeit und Belastbarkeit der hergestellten Produkte

Soziale Faktoren (gelten für Mitarbeiter, Zulieferer, Kunden):

  • Einhaltung von Menschenrechten (länderunabhängig)
  • Zahlung von fairen Löhnen
  • Transparenz und Mitspracherecht
  • Ablehnung von Sexismus, Rassismus und Homophobie

Im Idealfall trägt ein Produkt, das nachhaltig produziert wurde, zum Umweltschutz bei, schont Ressourcen und ist CO2-neutral. Außerdem soll dadurch die soziale Gerechtigkeit gefördert und Menschenwürde garantiert werden.

Bis heute gibt es keine einheitlichen Richtlinien, um Nachhaltigkeit bei Unternehmen zu bewerten. Ein erster Hinweis sind Bio-Siegel und Nachhaltigkeits-Zertifikate auf Produkten. Dennoch sollten Sie genau hinschauen, für was die Siegel stehen und welche Vorschriften hierfür eingehalten werden müssen. Wir von Naturnah Möbel benutzen beispielsweise ausschließlich FSC-zertifiziertes Holz.

Als Faustregel kann man ansetzen: Trifft die Mehrheit der ökologischen UND sozialen Faktoren auf die allermeisten Produkte einer Firma zu, so kann man von einem nachhaltigen Unternehmen sprechen. Infos bezüglich Herkunft, Produktion sowie Arbeitsbedingungen sollten transparent auf der Homepage aufzufinden sein. Diese Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen auch wir als Ziel.

Was ist eigentlich Greenwashing?


Findet man keine Infos dazu, treffen nur vereinzelte Faktoren auf ein Unternehmen zu oder wird nur auf eine der Kategorien eingegangen, so handelt es sich wahrscheinlich um Greenwashing. Dabei versucht eine Firma, seinem öffentlichen Image einen umweltfreundlichen Anstrich zu verleihen, ohne dass es dafür eine ausreichende Grundlage gibt.

So betreibt beispielsweise ein Möbelhersteller Greenwashing, der ein großes Sortiment an Tropenholz-Möbel (aus nicht-nachhaltiger Forstwirtschaft) hat, aber vereinzelt auch Recycling- oder FSC-zertifizierte Produkte anbietet. Ein weiteres Beispiel für Greenwashing wäre, wenn ein Unternehmen auf Strom aus erneuerbarer Energie umsteigt, aber gleichzeitig ArbeiterInnen in Drittländern ausbeutet und schädliche Stoffe für die Produktion verwendet.

Greenwashing soll das schlechte Gewissen der Kunden, die eigentlich nachhaltig einkaufen wollen, aber trotzdem Billigware möchten, beruhigen. Es trägt jedoch nicht dazu bei, Umwelt- und soziale Probleme zu reduzieren.

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Nachhaltiges Wirtschaften – Inwiefern hat sich Naturnah Möbel dazu verpflichtet?


Wir von Naturnah Möbel möchten kein Greenwashing betreiben, sondern ehrlich und stolz sagen können, dass wir ein nachhaltiges Unternehmen sind. Hier zeigen wir, wie wir anhand von ökologischen und sozialen Faktoren daran arbeiten, nachhaltig zu wirtschaften.

Ökologische Faktoren


Sowohl bei der Auswahl unserer Ressourcen, in unserer Produktionsfirma als auch in unserem Office achten wir auf Nachhaltigkeit:

  • Holz ist eine nachwachsende Ressource. Wir benutzen für unsere Möbel kein tropisches Holz aus Raubbau, sondern FSC-zertifiziertes Holz (oder Holz von Lieferanten, die eine Aufforstung garantieren) aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus den österreichischen Alpen oder aus Transsilvanien. Das bedeutet, dass unsere Zulieferer dafür sorgen, dass genügend Bäume nachgepflanzt werden und seltener und weniger stark in den Wald eingegriffen wird.
  • Indem wir von Naturnah Möbel ausschließlich nachhaltiges Holz verwenden, tragen wir dazu bei, einen naturnahen Wald zu bewahren und dadurch den weltweiten CO2-Ausstoß zu reduzieren. Denn Wälder binden Kohlendioxid und mindern somit den Klimawandel ab.
  • Für jede Bestellung bei uns lassen wir von PLANT-MY-TREE einen Baum in Deutschland pflanzen
  • In unserer Produktionsfirma werden Möbel aus Massivholz und Polstermöbel unter einem Dach hergestellt. Die einzelnen Arbeitsschritte werden so nicht ausgelagert und Ressourcen gespart.
  • Bei der gesamten Produktion wird auf eine schonende und schadstofffreie Verarbeitung geachtet. So werden beispielsweise unsere Eckbänke oder Sitzbänke entweder mit Kunstleder oder Naturleder bezogen.
  • Wir liefern ohne Zwischenhändler direkt zum Kunden, was CO2 einspart.
  • Außerdem läuft unser Betrieb mit Ökostrom aus Erneuerbarer Energie und unser Sägemehl wird zum Heizen verwendet.
  • Im Büro arbeiten wir mittlerweile fast papierfrei und benutzen nur noch 5% Plastik.

Das Ergebnis sind hochwertige und nachhaltige Massivholzmöbel, die für einen langjährigen Gebrauch gedacht sind. Und falls das Möbelstück mal nicht mehr gefallen sollte, so kann es einfach abgeschliffen und neu versiegelt werden. Nachhaltiges Wirtschaften beginnt auch damit, dass bei Naturnah Möbel nur produziert wird, was auch bestellt wird. Es geht also nicht darum, immer mehr und billigere Waren zu produzieren, sondern auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Möbel herzustellen, die auch wirklich gefallen und jahrelang genutzt werden. Damit wollen wir dem Wachstumsparadigma und der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken.

Soziale Faktoren


Auch die sozialen Faktoren sind für unser Unternehmen essentiell:

  • Sibero, der väterliche Produktionsbetrieb des Naturnah Möbel Inhabers Benjamin Schobel, hat seinen Sitz in Hermannstadt, Rumänien. Seit der Inbetriebnahme Anfang der 90er Jahre legt man hier Wert auf traditionelle Handwerkskunst und eine nachhaltige Produktion. Der Betrieb achtet auf die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten nach EU-Standards und zahlt faire Löhne. Ausbeutung von ArbeiterInnen und Lohndumping gibt es hier nicht.
  • Transparenz spielt eine wichtige Rolle für uns. So finden Sie Einblick in unsere Produktionsfirma Siberio hier auf der Website. Einen Überblick über unsere einzelnen Team-Mitglieder finden Sie hier. Außerdem können Sie sich einen Eindruck von unserer Arbeit machen: Die Produktion eines Tisches aus Epoxidharz im Zeitraffer.
  • Im Interview mit Werner Mutz, unserem Möbeldesigner, erfahren Sie, wie er die Zusammenarbeit erfährt und was er daran schätzt

Falls Sie noch Fragen bezüglich unserer Arbeit und Produktion haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Weitere Fragen und Antworten finden Sie in unseren F.A.Q.

Fazit
Wir von Naturnah Möbel sind stets bemüht, uns das Thema nachhaltiges Wirtschaften und Entwicklung nicht nur auf die Fahne zu schreiben, sondern auch wirklich zu leben. Indem wir ausschließlich nachhaltiges Holz verwenden, auf eine ressourcenschonende und schadstofffreie Produktion aus erneuerbarer Energie achten und im Betrieb in Rumänien auf Arbeiterrechte, faire Löhne und Transparenz achten, qualifizieren wir uns als nachhaltiges Unternehmen.

Bildquellen: Vielen Dank an Akil Mazumder und Joey Kiber©pexels.com.

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